Kitzrettung ohne Funkeinweisung: Das Livebild der Drohne aufs Handy der Helfer
Helfer sehen das Videobild der Drohne in Echtzeit auf dem Smartphone. Das ersetzt die zähe Funkeinweisung, macht auch kleine Tiere sichtbar und zeigt, wenn eines flüchtet.
Das Drohnenbild in Echtzeit in der POIApp
Kitzrettung ohne Funkeinweisung heißt: Die Helfer sehen das Videobild der Drohne in Echtzeit auf dem eigenen Smartphone. Sie müssen nicht mehr Schritt für Schritt per Funk zum Kitz gelotst werden, sondern sehen die Wärmesignatur selbst. Das hilft vor allem bei kleinen Tieren wie Junghasen und Küken und bei Tieren, die losrennen, wenn jemand näherkommt. Den ganzen Einsatz vom Feld bis zum Bericht beschreibt der Beitrag Kitzrettung organisieren mit der POICloud.
Das Problem
Warum die Funkeinweisung zäh ist
Bei der herkömmlichen Kitzsuche hält die Drohne über dem Fund, und der Pilot lotst den Helfer per Funk hin. Der Pilot sieht die Wiese von oben, der Helfer steht unten im Gras. Jede Angabe wie „noch drei Meter nach links“ muss erst in die Blickrichtung des Helfers übersetzt werden. Neue Helfer müssen dazu noch das Funkgerät und den Ablauf lernen.
Das kostet Zeit, und die Drohne wartet währenddessen über der Stelle. Dazu kommt: Ein Kitz im hohen Gras übersieht man leicht, auch wenn man genau an der richtigen Stelle steht. Kleine Tiere sind noch schwerer zu sehen, und läuft ein Tier los, bekommt der Helfer es erst mit, wenn der Pilot es ansagt.
Auf der Wiese
Funkeinweisung und Livebild im Vergleich
| Vergleich | Einweisung per Funk | Livebild auf dem Smartphone |
|---|---|---|
| Weg zum Tier | Der Pilot beschreibt ihn, der Helfer übersetzt ihn | Der Helfer sieht selbst, wo das Tier liegt |
| Kleine Tiere | Der Helfer muss der Beschreibung vertrauen | Die Wärmesignatur ist auf dem Display zu sehen |
| Tier läuft los | Der Pilot muss es ansagen | Alle sehen es im Bild |
| Neue Helfer | Funkgerät und Ablauf müssen sitzen | Smartphone mit POIApp oder Gastlink genügt |
| Die Drohne wartet | Bis die Einweisung geklappt hat | Bis der Helfer das Tier im Bild sieht |
| Ihr braucht | Funkgeräte und Funkdisziplin | Internet an Fernsteuerung und Smartphone |
So läuft es ab
Vom Fund zum Tier in vier Schritten
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1
Der Pilot hält über dem Fund
Er entdeckt im Wärmebild eine Wärmesignatur und hält die Drohne darüber.
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2
Die Helfer schauen aufs Smartphone
Sie öffnen das Livebild in der POIApp und sehen die Drohne auf der Karte.
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3
Die Helfer laufen zur Drohne
Auf dem Display sehen sie die Wärmesignatur des Tieres, noch bevor sie es im Gras erkennen.
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4
Das Tier ist erreicht
Kommt ihr selbst ins Bild, seht ihr, wie nah ihr dem Tier schon seid, und setzt den Fuß daneben, nicht darauf.
Kleine und flüchtende Tiere
Junghasen, Küken und Tiere auf der Flucht
Junghasen, Küken und Gelege sind klein und liegen gut versteckt. Auch Rehkitze und Junghasen drücken sich in den ersten Tagen ins Gras, statt zu fliehen. Mit dem Livebild seht ihr die Wärmesignatur auf dem Display, bevor ihr den Fuß setzt. Ihr wisst also, wo das Tier liegt, und tretet nicht darauf.
Läuft ein Tier doch los, etwa ein Hase, bleibt es im Bild. Alle sehen die Bewegung, der Pilot kann der Wärmesignatur folgen, und niemand muss ansagen, wohin es läuft. Wie klein ein Tier im Wärmebild erscheint, hängt von Flughöhe und Kamera ab. Die passenden Werte stehen im Beitrag Flugparameter für die Kitzrettung.
Weitere Vorteile fürs Team
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Der Pilot kann suchen
Er muss Helfer nicht mehr Meter für Meter lotsen und kann sich auf das Absuchen der Wiese konzentrieren.
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Die Drohne wartet kürzer
Je schneller der Helfer das Tier im Bild sieht, desto kürzer hängt die Drohne über dem Fund. Das spart Akku und Zeit für die nächste Wiese.
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Neue Helfer sind schnell dabei
Smartphone und POIApp oder ein Gastlink genügen. Ihr müsst keine Funkgeräte ausgeben, laden und erklären.
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Alle wissen, was los ist
Die Helfer sehen, wo die Drohne gerade ist und was sie zeigt, und müssen nicht nachfragen.
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Andere schauen mit
Einsatzleitung, Landwirt oder Revierleitung sehen dasselbe Bild, wenn ihr es freigebt, auch per Link ohne Anmeldung.
Voraussetzung
Das Livebild braucht Internet an der Fernsteuerung und am Smartphone der Helfer. Die Helfer nutzen die kostenlose POIApp oder einen Gastlink mit freigeschaltetem Livestream.
Häufige Fragen
Häufige Fragen zum Livebild für Helfer
Brauchen die Helfer noch Funkgeräte?
Für die Einweisung zum Fund nicht, denn die Helfer sehen das Livebild selbst. Wo kein Mobilfunk ist, gibt es kein Livebild. Dann bleibt die Einweisung per Funk.
Findet man auch Junghasen und Küken im Livebild?
Ja, als Wärmesignatur. Entscheidend sind Flughöhe und Wärmebildkamera: Je kleiner das Tier, desto wichtiger ist eine passende Höhe. Die Werte stehen in den Flugparametern für die Kitzrettung.
Wie schnell ist das Bild auf dem Smartphone?
Bei guter Verbindung ist die Verzögerung sehr niedrig, bei schwachem Netz steigt sie. Auf dem iPhone kann sie im Modus „Pilot“ bis zu zwei Sekunden betragen, dort ist der Modus „POICloud Operator“ besser. Mehr dazu auf der Seite Drohne: Live-Übertragung.
Ersetzt das Livebild die Koordinate auf der Karte?
Nein, beides ergänzt sich. Die Karte der POIApp führt zur Stelle, das Livebild zeigt, was dort liegt. Wie ein Fund eine Koordinate bekommt, steht im Beitrag Georeferenzierung: Rehkitze finden mit dem Smartphone.
Weiterlesen
Einrichten, finden, sichern
Wie ihr das Livebild einrichtet und welche Drohnen es unterstützen, steht auf der Seite Drohne: Live-Übertragung. Wer als Gast mitsucht, bekommt einen Gastlink. Was nach dem Fund kommt, erklärt der Beitrag Gefunden ist noch nicht gerettet. Jeden Schritt findet ihr in der POICloud-Dokumentation.
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