DJI Enterprise Matrice 400RTK im Feuerwehreinssatz. Die Drohne schwebt über zwei Einsatzfahrzeugen.

Drohnen-Software für BOS

Drohnen-Livestream und Lagebild für Feuerwehr und Katastrophenschutz

Das Drohnenbild dort, wo entschieden wird: Die POICloud überträgt Livebild, Wärmebild und Standort Ihrer Drohnen an Einsatzleitung, Stab und Leitstelle. Für Feuerwehr, Rettungsdienst, THW und Hilfsorganisationen, im Browser und ohne Installation.

Drohneneinsatz bei der Feuerwehr

Die Drohne sieht alles. Die Einsatzleitung oft nichts davon.

Über einhundert Feuerwehren allein in Nordrhein-Westfalen fliegen inzwischen mit mindestens einer Drohne, und auch im Katastrophenschutz, bei THW, DLRG und Bergwacht gehören Drohneneinheiten zum Einsatzalltag. Das Bild entsteht aber auf der Fernsteuerung des Drohnensteuerers, oft hunderte Meter vom Einsatzleitwagen entfernt, und erreicht den Stab oder die Leitstelle meist gar nicht.

Die Fachempfehlung von DFV und AGBF aus dem August 2025 bringt es auf den Punkt: Drohnen ersetzen nicht den Führungsvorgang, sie beschleunigen die Lagefeststellung. Die übermittelten Lagebilder müssen in die Führungsentscheidungen eingebunden werden, gesichtet, aufbereitet und ausgewertet. Genau diesen Weg vom Fluggerät in die Führung schließt die POICloud: eine Drohnen-Software für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS).

Lagebild im Führungsvorgang

Drohnen-Lagebild für Einsatzleitung und Stab

Die Feuerwehr-Dienstvorschrift 100 nennt als wichtigste Forderung an die Lagefeststellung ihre Aktualität. Die POICloud unterstützt die Aufgaben, die dort dem Sachgebiet Lage (S2) zugeordnet sind.

  • Lagefeststellung

    Live-Übertragung für die Lagefeststellung

    Der Livestream der Drohne läuft im Browser der Einsatzleitung, mit etwa drei Sekunden Verzögerung. Farb- und Wärmebild, auf der Karte verortet, zusammen mit dem Standort von Drohne, Fernsteuerung und Team.

  • Lagedarstellung

    Gemeinsame Lagekarte

    Markierungen, Suchgebiete und Fundstellen erscheinen für alle Beteiligten auf derselben Karte, über amtlichen Luftbildern oder einer Geländekarte. Aus den Flugbildern entsteht ein Übersichtsbild der Fläche.

  • Dokumentation

    Einsatzdokumentation für die Nachbereitung

    Flugwege, Markierungen und Fundlisten bleiben dem Einsatz zugeordnet und lassen sich als PDF-Bericht oder in offenen Geodatenformaten übergeben, etwa für das Einsatztagebuch oder die Führungsunterstützungssoftware.

Abbildung eines Mockups zur Funktionsweise der POICloud. Abgebildet sind eine Drohnenfernbedienung, ein Bildschirm, ein Smartphone und ein Tablet. Auf den Bildschirmen all dieser Geräte ist dasselbe Bild der POICloud-Kartenansicht mit einem eingezeichneten Feld zu sehen. Die Datenübertragung zwischen Computer/Smartphone/Tablet und dem Controller wird mit dem EasyPOI-Logo dargestellt, das mit 2 Pfeilen zwischen Bildschirm und Drohnencontroller verbunden ist.

Drohnen-Videoübertragung

Livebild von der BOS-Drohne an jedes Endgerät

Die Drohne meldet sich über DJI Pilot 2 bei der POICloud an. Von da an sehen alle Berechtigten ihr Livebild, ihren Standort und jede Markierung, die der Drohnensteuerer auf der Fernsteuerung setzt: auf dem Laptop im Einsatzleitwagen genauso wie auf dem Tablet des Abschnittsleiters, am Bildschirm im Stab oder in der Leitstelle.

Funktionen der Drohnen-Software für Ihren Einsatz

  • Drohnen-Livestream im Browser

    Die Drohne sendet ihr Videobild an den Streaming-Server der POICloud. Einsatzleitung, Stab oder Leitstelle sehen es in jedem aktuellen Browser, auf Tablet, Laptop oder Großbildschirm, ohne eigene App und ohne Installation.

  • Zugang per Link, mit Ablaufdatum

    Für die Leitstelle, einen Fachberater oder den Verwaltungsstab stellen Sie einen Gastzugang aus: als Link, QR-Code oder Nachricht, mit Ablaufdatum und einzeln freigeschalteten Rechten. Nach dem Einsatz endet der Zugang von selbst.

  • Echtzeitkarte für Drohnen und Einsatzkräfte

    Alle Drohnen, Fernsteuerungen und angemeldeten Teammitglieder erscheinen live auf der Karte. Wer mehrere Drohnen in einem eigenen Einsatzabschnitt führt, behält den Überblick über alle Fluggeräte.

  • Wärmebild auf der Karte

    Die Bilder der Wärmebildkamera liegen getrennt von den Farbbildern und lassen sich mit einstellbarer Deckkraft über die Karte legen. So werden Glutnester, Wärmequellen und Suchspuren in ihrer Lage erkennbar.

  • Markierungen vom Controller

    Der Drohnensteuerer setzt eine Markierung direkt auf der DJI-Fernsteuerung, und sie erscheint sofort in der POICloud, mit Koordinaten. Die Einsatzleitung kann Fundstellen prüfen und bestätigen.

  • Übersichtsbild und Orthofoto

    Minuten nach dem Flug setzt die POICloud die Flugbilder zu einem groben Übersichtsbild zusammen (in der Erprobung). Für die Nachbereitung lässt sich ein genaues Orthofoto berechnen, auch aus Wärmebildern.

  • Luftraum und Hindernisse auf der Karte

    Geozonen aus der Digitalen Plattform Unbemannte Luftfahrt (dipul), amtliche Luftbilder und Hindernisse wie Windräder oder Freileitungen lassen sich einblenden, als Grundlage für die Risikobewertung vor dem Start.

  • Offene Formate statt Datensilo

    Export als KML, GPX, GeoJSON, GeoPackage, Shapefile oder PDF. Ein QGIS-Plugin übernimmt Aufträge, Flächen und Markierungen direkt in QGIS. Die Daten bleiben weiterverwendbar, auch in anderen Systemen.

Einsatzszenarien

Drohneneinsatz bei Brand, Waldbrand, Personensuche und Hochwasser

  • Brand und Nachlöscharbeiten

    Übersicht über Ausdehnung und Rauchausbreitung, mit der Wärmebilddrohne Glutnester unter Schutt oder im Dachstuhl finden und der Einsatzleitung zeigen, wo nachgelöscht werden muss.

  • Vegetations- und Waldbrand

    Brandfront und Glutnester auf großer Fläche aus der Luft verfolgen. Das Übersichtsbild und die Markierungen helfen beim Einteilen von Einsatzabschnitten und bei der Brandwache.

  • Personensuche und Vermisstensuche

    Die Suche nach vermissten Personen führt die Polizei. Feuerwehr, Hilfsorganisationen und Rettungshundestaffeln unterstützen, und die POICloud zeigt allen beteiligten Stellen dasselbe Livebild aus der Wärmebildkamera und dieselben abgesuchten Flächen.

  • Hochwasser und Unwetter

    Schadenslagen, überflutete Flächen und gefährdete Deiche schnell erkunden und das Bild dem Stab zuleiten. Die Enquete-Kommission des rheinland-pfälzischen Landtags zur Flut 2021 fordert, im Ereignisfall schnellstmöglich ein Lagebild zu erstellen.

  • Gefahrstoff- und Großschadenslagen

    Die Einsatzstelle aus sicherem Abstand beobachten, ohne Einsatzkräfte in den Gefahrenbereich zu schicken, und die Übersicht mit Einsatzleitung und Fachberatern teilen.

  • Wasserrettung

    Uferbereiche und Wasserflächen absuchen, zum Beispiel mit DLRG oder Wasserwacht, und Fundstellen mit Koordinaten an Boote und Einsatzkräfte an Land weitergeben.

Bildschirmaufnahme der Wärmebildkamera einer Drohne, in dem ein Waldgebiet mit Markierungen zu sehen sind.
Wärmebild einer Drohne über einem Waldgebiet, mit gesetzten Markierungen auf der Fernsteuerung.

Ablauf

Ablauf eines Drohneneinsatzes mit der POICloud

Der Drohneneinsatz untersteht der Einsatzleitung. Sie ordnet ihn an, koordiniert und dokumentiert ihn. Die POICloud ordnet sich in diesen Ablauf ein.

  1. 1

    Anforderung und Start

    Die Drohneneinheit wird alarmiert und startet nach ihrer Risikobewertung. Die Karte mit Geozonen und Hindernissen liegt dafür schon bereit.

  2. 2

    Livebild an die Einsatzleitung

    Das Livebild der Drohne läuft in der POICloud. Die Einsatzleitung schaltet per Link weitere Stellen zu, etwa die Leitstelle oder den Stab.

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    Markieren und bewerten

    Der Drohnensteuerer oder der Luftbildauswerter setzt Markierungen, die Einsatzleitung prüft sie und entscheidet über den Einsatz der Kräfte.

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    Lagebild fortschreiben

    Flugwege, abgesuchte Flächen und Fundstellen bleiben auf der Karte stehen. Bei einem Wechsel der Einsatzleitung übernimmt die Nachfolge dasselbe Bild.

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    Dokumentieren und nachbereiten

    Nach dem Einsatz exportieren Sie Bericht und Geodaten für Einsatztagebuch und Nachbereitung. Wie lange Aufnahmen aufbewahrt werden, legt Ihr Datenschutzkonzept fest.

Ehrlich gesagt

Was die Drohnen-Software ergänzt und was nicht

Die POICloud ist keine Lagekarten-Software mit taktischen Zeichen und ersetzt keine Führungsunterstützungssoftware, kein Einsatzleitsystem und kein Einsatztagebuch. Sie liefert diesen Systemen das, was ihnen meist fehlt: das aktuelle Bild aus der Luft, verortet und in offenen Formaten.

Das Livebild braucht eine Datenverbindung, in der Regel Mobilfunk. Über den BOS-Digitalfunk lässt sich kein Video übertragen, das ist mit TETRA technisch nicht vorgesehen. Wenn Sie an Ihrer Einsatzstelle mit schwachem Netz rechnen, sprechen wir gern über Lösungen vor Ort.

Rechtsrahmen

Rechtsgrundlagen für BOS-Drohnen: § 21k LuftVO und EGRED 2

  • Für Tätigkeiten von Such- und Rettungsdiensten, Brandbekämpfung und vergleichbare Aufgaben gelten die EU-Vorschriften für unbemannte Luftfahrzeuge nicht, so die Grundverordnung (EU) 2018/1139, Artikel 2 Absatz 3. Die Sicherheitsziele sind trotzdem angemessen zu berücksichtigen.
  • Nach § 21k der Luftverkehrs-Ordnung brauchen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben für Drohnen unter 25 kg im Zusammenhang mit Not- und Unglücksfällen sowie Katastrophen keine Betriebsgenehmigung, und die Geozonen-Regeln nach §§ 21h und 21i gelten für sie nicht.
  • Von allen Regeln befreit sind die BOS damit nicht. Die Empfehlungen für gemeinsame Regelungen zum Einsatz von Drohnen im Bevölkerungsschutz (EGRED 2) verlangen in jedem Fall eine Risikobewertung, und für Vorführungen oder Öffentlichkeitsarbeit gilt die Ausnahme nicht.
  • Kamerabilder aus der Luft greifen besonders stark in Rechte Unbeteiligter ein. Die Rechtsgrundlage ergibt sich aus der DSGVO und dem jeweiligen Landesrecht. Nach EGRED 2 dürfen die Daten an Krisenstäbe und Leitstellen weitergegeben werden, soweit das erforderlich ist, und sind nach Zweckerreichung zu löschen.
Pilot der Rehkitzrettung Mangfalltal mit Wärmebilddrohne auf einer Wiese am Morgen

Aus der Wildtierrettung

Aus der Rehkitzrettung: Suche mit Wärmebilddrohnen auf großer Fläche

Die POICloud kommt aus der Rehkitzrettung. Dort suchen ehrenamtliche Teams jeden Frühsommer in den frühen Morgenstunden große Flächen mit Wärmebilddrohnen ab, koordinieren mehrere Drohnen gleichzeitig und geben Fundstellen an Helfer am Boden weiter. Dieselben Abläufe tragen auch bei der Suche nach Menschen und bei der Übersicht über eine Schadenslage.

Mehr zur Rehkitzrettung

Ausstattung

Wärmebilddrohne, Software und Ausbildung aus einer Hand

  • Wärmebilddrohnen für BOS

    Drohnen mit Wärmebildkamera aus der DJI-Enterprise-Reihe, als Komplettsets für Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz.

    Zu den Drohnen
  • Schulung für Ihre Drohneneinheit

    Praxisschulungen bei Ihnen vor Ort, unter anderem zur Personensuche mit Wärmebild und für die Feuerwehr.

    Zu den Schulungen
  • POICloud kennenlernen

    Funktionen, Zugänge und Dokumentation der POICloud im Überblick.

    Zur POICloud

Häufige Fragen

Häufige Fragen zur Drohnen-Software für BOS

Brauchen Leitstelle oder Stab eine eigene Software?

Nein. Das Livebild und die Karte laufen in einem aktuellen Browser. Sie stellen einen Gastzugang aus und schicken den Link, zum Beispiel an die Leitstelle oder an einen Fachberater im Stab.

Wie kommt das Livebild der Drohne zur Leitstelle?

Die Drohne überträgt ihr Videobild über die Fernsteuerung und eine Mobilfunkverbindung an die POICloud. Die Leitstelle öffnet den Gastlink im Browser und sieht den Livestream, ohne dass dort etwas installiert werden muss.

Wie groß ist die Verzögerung des Livebilds?

Im Browser liegt sie bei etwa drei Sekunden. Für die Lagefeststellung reicht das, zum Steuern der Drohne dient weiterhin die Fernsteuerung.

Welche Drohnen werden unterstützt?

Die POICloud arbeitet mit Drohnen der DJI-Enterprise-Reihe, unter anderem Matrice 4T und 4E, Matrice 30T sowie Mavic 3T und 3E. Sprechen Sie uns an, wenn Sie ein anderes Modell im Einsatz haben.

Ist die POICloud eine Alternative zu DJI FlightHub 2?

Für Livestream, gemeinsame Karte und Weitergabe an Einsatzleitung und Stab: ja. Die POICloud wird wie FlightHub 2 in DJI Pilot 2 als Cloud-Dienst eingebunden, als Drittanbieter-Cloud. Livebild, Standorte und Markierungen laufen dann über die POICloud. Sie kommt von einem deutschen Anbieter und ist auf Suche, Lagebild und Dokumentation ausgelegt.

Können mehrere Organisationen gemeinsam auf ein Bild schauen?

Ja. Jede Organisation arbeitet in ihrem eigenen Bereich, gegliedert in Bereiche und Teams mit Rollen für Administratoren, Mitglieder und Gäste. Über einen Gastzugang sehen andere Stellen für die Dauer des Einsatzes nur das, wofür sie freigeschaltet sind, etwa die Polizei bei einer Personensuche.

Kann ich die Daten in unsere Führungsunterstützungssoftware übernehmen?

Die POICloud exportiert Flugwege, Flächen und Markierungen in offenen Formaten wie KML, GeoJSON, GeoPackage und Shapefile sowie Berichte als PDF. Viele Lage- und GIS-Programme lesen diese Formate. Für QGIS gibt es das QGIS-Plugin der POICloud, das Aufträge, Flächen und Markierungen direkt übernimmt. Welche Übernahme in Ihrem System sinnvoll ist, klären wir gern mit Ihnen.

Funktioniert die POICloud ohne Mobilfunk?

Für das Livebild und die gemeinsame Karte braucht es eine Datenverbindung. Einzelne Schritte wie das Abschließen eines Auftrags werden bei fehlendem Netz zwischengespeichert und später übertragen.

Können wir die POICloud vor der Beschaffung testen?

Ja. Wir zeigen Ihnen die POICloud in einer Vorführung. Sprechen Sie uns an.

Vorführung für Feuerwehr und Katastrophenschutz

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